Spiekerooger Segelclub SSC

...Wassersport auf Spiekeroog

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Seestern-Gedächnis-Regatta Regatta-Ergebnisse-2018

Super Stimmung 2018

E-Mail Drucken PDF

Die Kurzfassung lautet in etwa so: Super Stimmung, schönes Wetter, toller Wind, geiles Segeln, spitzen Party => maximale Erholung und gute Laune pur!

Für die einen ist es eine lieb gewonnene Tradition, für die anderen das große Abenteuer!

Donnerstag – Anreise der Vorhut. Am Donnerstag treffen wir (das sind zunächst Sophia, Antje Peter und ich) uns nach Feierabend im Verein und brechen Richtung Nordsee auf. Im Gepäck haben wir drei Contender, einen Laser und unsere geliebte „grüne Möhre“ (die Vereinsschakel). Abgesehen von der Erkenntnis, dass man in Oldenburg wohl nach 22:00 Uhr kein warmes Essen mehr bekommt, verläuft die Anreise unspektakulär und so erreicht unsere kleine Reisegruppe kurz vor Geisterstunde den Hafen von Neuharlingersiel. Von hier aus wollen wir morgen auf die Insel übersetzen.

Freitag – Überfahrt. Gegen 8:00 Uhr treibt es uns so langsam aus den Schlafsäcken – boah! Was ist das kalt hier im Norden. 11°C und frischer Wind lassen kein rechtes Sommerfeeling aufkommen. Zur Erweckung der Lebensgeister gönnen wir uns deshalb erstmal ein Frühstück beim Hafenbäcker. Hier stößt dann auch Jule zu uns, die erst in der Nacht losgefahren ist. Als es dann aber darum geht die Boote abzuladen, hadert sie auch ein wenig mit Ihrer Entscheidung. Während die Prognosen für Potsdam ein sommerlich warmes Wochenende vorhersagen, soll es hier im Norden eher frisch bleiben. Am Ende entscheidet sie sich aber doch für uns und gegen den Sommer! Dann die nächste Baustelle – bei der Schakel ist ein Spant lose. Grundsätzlich vielleicht kein großes Drama, aber dieser soll die Wante und damit den Mast halten – dummerweise ist es im Moment aber eher umgekehrt. Nun ist guter Rat teuer. Zum Glück finde ich in den Tiefen meiner Werkzeugkiste noch zwei Locheisen und mit etwas Kraft lassen sich die Schrauben auch ohne Vorbohren durch die Bordwand treiben. Das Ergebnis überzeugt ästhetisch nicht wirklich, sollte aber für die nächsten Tage halten. Unterdessen trudelt nun auch Dirk ein und baut seinerseits sein Boot auf. Mit Erreichen der Auslaufbereitschaft ist dann die tide soweit aufgelaufen, dass wieder genug Wasser im „Teich“ ist. Also rein in den Neo und auf nach Spiekeroog! Bei frischem Wind aus Nordwest gestaltet sich die Überfahrt äußerst angenehm. Und spätestens jetzt ist auch Jule mit dem kühlen Wetter wieder versöhnt. Auch Ihr macht es einen Riesenspaß mit Vollgas durch die Priele zu düsen. Peter & Sophia wirken an ihren Trapezdrähten ebenfalls sehr entspannt. Dirk und ich würden uns über einen Tacken mehr Wind schon freuen, können aber mit den Bedingungen gut leben. Antje fährt derweil mit der Fähre rüber und begleitet unser Gepäck sicher auf die Insel. So trudelt die Flotte zügig aber sehr entspannt auf der Insel ein.

 

Während Jule, Peter & Sophia sich nun daran machen, unsere Zelte aufzubauen, segeln Dirk, Antje und ich nochmal mit Dirks Conti zurück ans Festland. Dort steht ja noch unsere Schakel, die Antje bei diesen Bedingungen nicht allein zur Insel segeln wollte. Also nochmal fix rüber. Und während Dirk mit etwas mehr Tiefgang ein paar Haken im Watt schlag muss können Antje und ich gemütlich mit der Schakel quer über die Watten zurück auf die Insel segeln.

 

Jetzt noch heiß duschen, ab zum Essen und zu guter Letzt ein Absacker bei Dirk im Zelt. Das war ein guter erster Tag!

Samstag – lay day. Es dauert heute ein wenig länger, bis wir uns dazu entschließen können endlich aufzustehen. Das Wetter ist noch ein bisschen „halbschwanger“ und so scheint es gar keinen rechten Grund zu geben, den wärmenden Schlafsack zu verlassen. Irgendwann überwiegt dann aber doch das Hungergefühl und so erheben wir uns doch, um gemütlich frühstücken zu gehen. Frisch gestärkt starten wir hoch motiviert zu einem Inselspaziergang. Im Inselwald zeigt sich dann aber, dass die Motivation der Damen dabei noch deutlich höher ist, als die der Herren. So enteilen die Damen im dichten Unterholz des Inselwaldes.

 

Gegen Mittag treffen wir uns aber alle wieder im Hafen und entschließen uns zu einem gemeinsamen Törn mit der Schakel. So steigen wir zu fünft auf unsere „grüne Möhre“. Dirk ist das Ganze nicht geheuer, er vertraut lieber auf seinen Contender und begleitet uns auf sicheren Planken.

 

Unterdessen hat das Wetter auch voll auf Sommer umgeschaltet und so genießen wir einen wundervollen Segeltag im Watt. Den Abend versüßt uns dann die Sangeskunst von Jonny Glut im Westend – auch schon eine liebgewonnene Tradition zu Pfingsten.

Sonntag – Tag der Entscheidung. Die Sonne scheint bereits morgens mit voller Kraft vom Himmel. So ist es bereits früh morgens in unseren Zelten ziemlich warm. Das Aufstehen fällt damit heute nicht so schwer. Kathleen, Bela & Wolfram geht es wohl ähnlich. Sie sind bereits gestern Abend in Neuharlingersiel angekommen und kommen heute auf die Insel. Um 11 Uhr ist Steuermannsbesprechung, die Ergebnisse kann man kurz mit den Worten zusammenfassen – alles wie immer, nur bei auflaufendem Wasser. Bei schönem Ostwind heißt das, Start gegen den Wind aber mit ordentlich Schiebestrom.

 

Jule ist die erste, die vom Prielrand abstößt und in schöner Fahrt dem Startgebiet entgegen gleitet. Bela & Antje entscheiden, ob des aus ihrer Sicht recht kräftigen Windes, in guter Seemannschaft lieber an Land zu bleiben. Danach stürzen sich dann auch die Contender ins Vergnügen!

Der Start wird heute nicht einfach. Eigentlich will wohl jeder mit vollem Schiebestrom auf der linken Seite der Linie mit Steuerbordschoten starten. Aber was macht man, wenn jemand von rechts mit Backbordschoten kommt? Ausweichen könnte da schwierig werden. Mit Gedanken dieser Art nehme ich an verschiedenen Stellen der Linie mal Maß. Sophia mögen unterdessen ähnliche Gedanken durch den Kopf gehen. Leider bricht kurz vor dem Start einfach der Mast. Hinterher sagt sie – „das sah total schön aus, wie der Mast so langsam wegbog“. Ich glaube meine Gedanken wären andere gewesen… Aber zum Glück sind die Retter schnell zur Stelle und bringen sie in den sicheren Hafen. Unterdessen strebt die erste Startgruppe dem Start entgegen. Geschlossen geht das Feld mit Steuerbord über die Linie. Jule schlägt sich dabei tapfer. Weit in Lee zieht sie mit ihrem kleinen Laser unter den Dickschiffen durch und behauptet zunächst mal Platz drei in der Startgruppe. Jetzt wird es für uns ernst. 10 Minuten bis zum Start. Langsam läuft die Uhr runter. Jetzt muss auch ich mich für eine Starttaktik entscheiden. Eigentlich würde ich gern mit Backbord die Parade abnehmen, wenn das aber nicht klappt und mir ein Dickschiff ausweichen muss, wird das unwillkürlich zu einem großen Chaos führen. So entscheide ich mich solidarisch mit den anderen für einen Steuerbordstart. Also rüber auf die linke Seite. Nicht mehr viel Zeit, da - plötzlich taucht ein großer weißer Bug vor mir auf, wie ein wütender Moby Dick stürmt er auf mich zu. In Lee ist alles voll, da kann ich nicht hin, nach Luv will ich nicht (wegen des Schiebestroms), er aber offensichtlich auch nicht. So halten wir beide weiter aufeinander zu. Oh! - Das wird gleich eng! Also 180°-Kehre!! Uups, der Strom schiebt gewaltig, ich fahre halbwinds, die Linie entlang. 9,8,7…Start! Segel dicht, Niederholer ziehen. Ab geht er! Ich bin klar als erster rüber, aber zu weit in Lee. Sch…! Aber egal, wird schon gehen. Erstmal Gas geben! Als alles läuft, sehe ich, dass hinter mir in Luv erst die blaue Elise (die viel eher wie eine rote Elise aussieht) und noch weiter in Luv der Dirk fahren. Die haben da oben einfach mehr Strom – UNGERECHT! Aber besser hier als am weißen Bug zerschellt auf dem Grund zu liegen. Im weiteren Verlauf schenken Dirk und ich uns nichts. Die Führung wechselt mehrfach und so pushen wir uns gegenseitig vorwärts. Bald sind die führenden Boote des ersten Starts eingeholt. Jule in ihrem Laser kann uns dabei noch recht lange Paroli bieten, am Ende hat aber auch sie keine Chance. Einzig die Elise (eine Renn-H-Jolle) mit Yardstick 92 ist nicht zu halten. Im Ziel trennen Dirk und mich mal gerade 5 Sekunden – was für ein geiles Rennen!! Danke Dirk!!! So, jetzt neu orientieren, mangels Sandbank (wg. Flut) hat die Wettfahrtleitung das Bier heute in einem kleinen Schlauchboot südlich vom Startschiff verankert. Zusammen mit Dirk, Wolfram und den Cats feiern wir so diesen wunderschönen Segeltag auf dem Wasser. Danach geht es ab in den Hafen. Sophia scheint inzwischen den Verlust ihres Mastes gut verkraftet zu haben und auch die anderen sind guter Laune. So geht es später am Abend gut gelaunt zur Siegerehrung. Jule gewinnt souverän die Klasse der langsamen Jollen, bei den Contis musste ja nicht gerechnet werden. Spannend wird es dann bei den Sonderpreisen. Eigentlich gehen Dirk und ich davon aus, dass die Elise gewonnen hat. Die war ganz schön weit vorn. Aber auch Hanneken Hullmann hat ein sauberes Rennen abgeliefert. Na mal gucken. Umso überraschter bin ich, als ich als Preisträger nach vorn gerufen werde. Berechnet doch gut zwei Minuten vor der Elise. Ein schönes Gefühl den Pokal wieder in Händen zu halten! Danach übernehmen die Tramps wieder das Regiment und so feiern wird bis tief in die Nacht diese wundervolle Veranstaltung.

 

Montag – Rückreise. Der Tide sei Dank, wir dürfen ausschlafen! Danach gemütlich zum Frühstück, Sachen packen, und bei schönen Ostwind entspannt nach Hause segeln. Allen scheint das Lächeln ins Gesicht gemeißelt. Sogar Sophia, die Ihren Conti von Claas mit seinem Strandcat nach Hause schleppen lässt ist guter Dinge, zumal sie während des Power-Schlepps vorn bei ihm im Trapez stehen darf. Viel zu schnell sind wir in Neuharlingersiel und nun hat es schon wieder begonnen. Das lange Warten auf Pfingsten/Spiekeroog 2019!!!

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.